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Unsere Vereinsgeschichte

 

 

Ein Schützenverein wird gegründet. Schriftlich Unterlagen    über die Gründung sind durch den Krieg verloren gegangen. Wenn wir nun heute über unsere Geschichte, die Geschichte von Bentlage 04, berichten, so müssen wir auf die Überlieferungen zurückgreifen. Die Vereinsgründer leben leider nicht mehr. Wie kam es nun zur Gründung?

Schon lange bestand in Bentlage ein Schützenverein. Es waren die Junggesellen, die bei Overmann, bekannter auf dem Frieden, ihr Schützenfest feierten. Aber es war noch eine zweite Wirtschaft dort, und das war Teupe. Immer wieder gab es Reibereien, warum nur auf dem Frieden und nicht auch einmal bei Teupe gefeiert wurde. Eines Tages wurde man sich einig auf der Grundlage, dass das Schützenfest einmal auf dem Frieden und einmal bei Teupe gefeiert werden sollte. Dieses ging ein Jahr gut, dann gab es wieder Schwierigkeiten.

Die Schnapslieferanten und auch mal ein Faß Bier taten das Nötige und am Christ-Himmelfahrtstag 1904 trafen sich 10 Schützen auf der dritten Schleuse. Es herrschte große Unstimmigkeit, und es sah zuerst so aus, als ob aus dem ganzen Geschehen nichts werden würde. Aber dann kam man doch zu einer Einigung. Was spielte nicht alles eine Rolle. So war Kulon Bauer Forstmann nicht für die Sache. Auf der anderen Seite war wieder Rentmeister Zimmermann ein eifriger Förderer des neuen Vereins. Aus Dank dafür wurde in den ersten Jahren auf dem Schlosshof eine Pause eingelegt. Eine andere Rolle spielten die Brennereien, Stockmann lieferte seinen Schnaps zu Frieden, Schulte-Wissing nach Teupe, und der eine gab mal einen mehr aus als der andere. Daraus entstand dann Neid, und die Folge waren neue Diskussionen und Schwierigkeiten.

Also bleiben wir bei den ersten 10 Schützen. Am Christi-Himmelfahrtstag wurde dann noch beschossen, eifrig zu werben, und es klingt bald wie ein Wunder – Pfingstmontag feierte man bei Teupe das erste Schützenfest. Natürlich wurde noch kein Umzug gehalten, doch es hat gut geklappt. Es war sogar schon eine Fahne da und der erste Vorsitzende wurde Bernhard Tönjes. Unsere Vereinsgründer waren sehr stolz auf dieses Gründungsfest. Im selben Jahr 1904 feierte man auch schon ein Erntefest, welches auch einen guten Verlauf nahm, ebenso wie das Karnevalsfest zur vollsten Zufriedenheit verlief. Zu erwähnen ist noch, dass es durch die Werbung für den neuen Verein neue Reibereien zwischen dem alten und dem neuen Verein kam. Einer versuchte, was ja verständlich ist, dem anderen die Mitglieder wegzulocken. Dass dies nicht immer mit feinen Mitteln geschah, das kann sich wohl jeder selbst vorstellen. Zum Schluss ging doch alles seinen richtigen Gang, und der Schützenverein Bentlage 04 überstand sein erstes Vereinsjahr. Auch das Wurstholen zu Karneval war, wie uns überliefert ist, eine großartiges Erlebnis. Das zweite Jahr des Vereins wurde schon besser.

Der Bau des Schießstandes bei Delsen erforderte alle Kräfte. Mit Schubkarren wurde der Sand gefahren. Beim Einschießen stellte man fest, dass die Kugeln zu weit flogen. Noch mehr Schwierigkeiten waren zu überwinden, doch das zweite Schützenfest, bei dem Anton Gedicke König wurde, ging glatt über die Bühne. Die selbst gefertigte schwarz-weißrote Fahne war das Symbol. Im dritten Jahr beschloss man die Beschaffung einer guten Fahne. Opferbereite Gönner und Freunde sorgten für die finanzielle Seite, die Frauen besorgten das Nähen der Fahne und B. Stockmann lieferte den Fahnenstock. Bei Marx wurde der Stoff gekauft, und Robert Lenz malte die Fahne. Die Kosten waren doch höher als geplant, und wenn man bedenkt, dass einige der Alten dann einmal zu Hause kein Kostgeld zahlten, kann man ermessen, wie groß ihr Idealismus gewesen sein muss. Im Laufe der Zeit wurde dann in der Wiese bei Teupe ein neuer Schießstand angelegt. Müller fuhr nach Berlin um 7 Degen, Hüte für die Fahnenoffiziere und Offiziere sowie Epauletten usw. zu besorgen. Albert Teupe hatte Freifahrt und besorgte ebenfalls die Sachen. Die Kosten in Höhe von 400 Mark schoss Viktor Teupe vor und erhielt auch bald 200 Mark zurück. Bis 1914 nahm dann alles seinen regulären Verlauf. Manchmal kam es doch noch zu Schwierigkeiten. Karl Gude war immer ein guter Verwalter des Vereinsvermögens, wenn auch sein Vater des öfteren sagen musste, "Karl, dein eigenes Geld geht mit drauf!". Unseren guten Karl konnte das in seiner Treue zum Verein nicht stören. Auch musste mal die Polizei in Aktion treten, und wenn dann Veltkamp kam, war alles wieder in Ordnung. Von Interesse ist auch, dass die Kasse einmal verschwunden war. Wie sagt das Sprichwort: "Wo nichts ist, da hat der Kaiser sein Recht verloren." In diesem Falle war es der Steuereinnehmer. Genauere Auskunft kann jetzt leider nicht mehr gegeben werden.

1914 feierte man das vorerst letzte Schützenfest, da während des 1. Weltkrieges das Vereinsleben ruhte. Bis auf den letzen Mann sind die Schützenbrüder eingezogen worden. So mancher musste sein Leben für das Vaterland hingeben. In der Geschichte des Vereins werden sie nicht vergessen sein. Der Krieg 1914-18 ging zu Ende. Deutschland war geschlagen, doch das Leben ging weiter. Bald trafen sich auch die Schützen wieder. Zwar konnte man im ersten Jahr nach Beendigung des Krieges kein Schützenfest feiern, aber man konnte doch Bilanz ziehen. Der Tod hatte reiche Ernte gehalten, die Besten waren Opfer des unseligen Krieges geworden.

Im Jahre 1919 kam man zum ersten Male wieder zum Erntedankfest zusammen. Wie es bis dahin immer gewesen ist, so wurde auch dieses Fest zu einem wirkliche Erlebnis. Der Krieg hatte die Schützen nicht klein gekriegt. Ein Anfang war gemacht, und der Verein stand bald wieder auf festen Füßen. Das erste Schützenfest nach dem ersten Weltkrieg fand dann 1920 unter großer Teilnahme der Bevölkerung statt. So wurden die Feste weiter gefeiert. Im Jahre 1929 wurde das 25jährige Jubelfest gefeiert, und der Rückblick auf die vergangenen Jahre bestätigte: Bentlage 04 ist nicht mehr zu erschüttern. Im Zelt bei Teupe wurde dieses Fest im großen Rahmen begangen. Weiter ging die Zeit, und als dann der Nationalsozialismus an die Macht kam, als alles unter einem Führer vereinigt wurde, da kamen böse Zeiten für die Schützenvereine. Wer sich nicht in das System des Wehrsports fügte, verschwand. Es gab keine Rücksicht auf Sitten und Gebräuche, keine Rücksicht auf Tradition - Wehrsport war das Ziel, und das Führerprinzip ließ jede freie Entwicklung, jedes Heimat verbundene System vernichten. Langsam versiegt das Leben auch im Schützenverein Bentlage 04.

Als dann 1939 der zweite Weltkrieg ausbrach, war auch die Tätigkeit der Schützenvereine erledigt. So ziemlich der letzte Schützenbruder, Soldat oder dienstverpflichtet, war nicht mehr in der Heimat. Wer sollte da noch an den Schützenverein denken. Und im April - Mai 1945 kam das böse Ende, die bitterste Zeit, die wir erleben mussten. Englische Truppen besetzten in den Ostertagen Rheine und auch Bentlage. Zu ihrer Beute  zählten auch Degen, Federhüte usw. Die Königskette und die Fahne waren gesichert. In jenen Tagen  zeigte es sich jedoch, dass der Schützenvereinsgedanke nicht gestorben war. Jene Tage, wo der Wert des  Geldes auf den Nullpunkt gesunken war, wo die Zigarette 5 Mark und mehr kostete, da regten sich auch  die Bentlager Schützen wieder. Hermann Lüke und Heinrich Wehmschulte waren die ersten, welche die Wiederbelebung des Schützenvereins Bentlage 04 bewerkstelligten. Zuerst ging die Propaganda von Mund zu Mund und Mitte des Jahres 1948 trafen sich dann 17 Schützen. Das Leben in Bentlage 04 begann sich zu regen. Der Kassenbestand betrug ganze 36 Mark.  Die Währungsreform hatte das Letzte genommen, aber nicht den Mut. Bei Teupe wurde Gerhard Lüke  zum Vorsitzenden gewählt. Jeder Bentlager wurde schriftlich eingeladen, und bei der nächsten  Versammlung waren 40 Schützen anwesend. 1948 wurde im kalten Saal bei Teupe wieder ein Weihnachtsfest gefeiert. Wenn man auch gefroren hat, das Zusammengehörigkeitsgefühl war da, und nun konnte der weiteren Entwicklung kein Einhalt mehr geboten werden.

Im Jahre 1949 gab es dann zum ersten mal wieder ein richtiges Schützenfest. Es ging bei Bentlage 04 wieder richtig rund, so wie man es von früheren Zeiten gewohnt war. Rungen Keit tat den Königsschuss und mit Stolz trug er die Königskette. Nach Franz Wamelink, Gerhard Wesselmann,  Werner Etze und Heinrich Wehmschulte konnte sich im Jubiläumsjahr 1954 Karl Stiegemann zum König proklamieren lassen. Gefeiert wurde in großem Stil im Festzelt auf der Weise am Vereinslokal. Bei der außerordentlich guten Teilnahme wurde das Zelt jedoch bald zu klein, und der Vereinswirt Rosarius Karl stellte seinen Saal zur Verfügung. Am großen Festzug beteiligten sich neben mehreren Spielmannszügen noch 16 Nachbarvereine. Schon damals lenkte August Wünnemann die Geschicke des Vereins. Er war danach viele Jahre Ehrenvorsitzender.

In den 50er Jahren trug die Schießgruppe des Vereins sehr zur Belebung des Vereinslebens bei. Mit  mehreren Mannschaften reiste man von Turnier zu Turnier und errang viele beachtenswerte Preise. Sie  waren überall gern gesehene Gäste. Gegen Ende der 60er Jahre ging diese Aktivität leider zurück, und  für die aktiven Schützen brachen schlechte Zeiten an. Manchmal konnte nur mit Mühe eine Mannschaft  für einen Wettkampf aufgestellt werden. Aber wie schon damals - auch diese Leute sind nicht klein zu  kriegen, es geht wieder aufwärts. Die letzten Erfolge beschleunigen hoffentlich diesen Trend. Diese letzten 25 Jahre haben uns einige wesentliche Veränderungen gebracht. Im Jahre 1962 wurde beschlossen, die Schützenfeste auf drei Tage zu verlängern. Am dritten Tag sollte das Hexen mit der  Ermittlung des Hexenkönigs durchgeführt werden. Als erster Hexenkönig konnte sich Josef Kamper in  die Annalen des Vereins eintragen lassen. Heute ist uns dieser Dritte Tag eine Selbstverständlichkeit.  Wie schon damals, so ziehen wir auch noch heute zum Bromhügel, wo uns neben Bier und Schnaps auch  eine kräftige Erbsensuppe erwartet.

Wir schreiben das Jahr 1964, als man beschloss, unter den alten Königen im Rhythmus von drei Jahren  einen Vereinskaiser auszuschießen. Bernhard Piepel war unser erster Kaiser, gefolgt von Leo  Konstanzak, Josef Boll, Bernhard Kamper und Hermann Dirks. Im Mai 1979 feierten wir unser Jubelfest  im Festzelt an der Berbomstiege. Vereinslokal war derzeit die Gaststätte "Zur Schleupe" Jubelkönig wurde Wilhelm Trüdgen, zur Königin erkor er seine Frau Friedchen. Jubelkaiser wurde unser Schützenbruder Hermann Lütke-Harmölle Kaiserin war seine Ehefrau Helga. Es war ein Jubelfest an das wir uns gerne zurückerinnern. Zum Festkommers am Samstag und zum Festumzug am Sonntag konnten wir zahlreiche Abordnungen der Gastvereine begrüßen. Viele Begebenheiten sind in einem Videofilm, der zum Jubelfest erstellt wurde,  festgehalten. 1983 gab es einen Wechsel an der Spitze des Vereins. Hermann Lütke-Harmölle trat nach 13 Jahren zurück. Neuer 1. Vorsitzender wurde Reinhold Tammen, der den Verein auch ins  Jubeljahr 2004 führt. Sein Vorgänger Hermann Lütke-Harmölle wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. In den vergangenen 25 Jahren hatte der Verein keine einfache Zeit. Das ursprüngliche Vereinslokal "Zur  Devesburg" musste bereits aufgegeben werden, der Umzug in das neue Vereinslokal "Zur Schleupe" war  erfolgt. Auch dieses Lokal stand ab 1996 nicht mehr zur Verfügung. Ein erneuter Wechsel stand bevor.  Neues Vereinslokal wurde die Gaststätte "Koppitz" an der Salzbergener Str. Die gute Zusammenarbeit mit unseren Vereinswirt Herbert Koppitz, der stets für unsere Belange ein offenes Ohr hat, sowie Idealismus und Einsatzbereitschaft vieler Schützenbrüder, hat dafür gesorgt, dass es in den letzten Jahren wieder stetig aufwärts ging.

In den achtziger und neunziger Jahren gab es eine Menge hervorragender Leistungen. In der Einzel.- und Mannschaftswertung bei den Damen sowie Herren kamen die Stadtmeister aus den Reihen unseres Vereins. Ebenso zahlreich die Platzierungen bei Rundenwettkämpfen der Schützengemeinschaft oder Pokalschießen benachbarter und befreundeter  Schützenvereine. In diesem Zusammenhang ganz besonders erwähnenswert, das aus unseren Reihen drei Schützenbrüder  beim Stadtkaiserschießen als Sieger hervorgingen. Bis zum heutigem Tag ein einmaliger Vorgang in der  Schützengemeinschaft. Auch wir hatten und haben mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Die Mitgliederzahl war erheblich  gesunken. Aus diesem Grund wurde das Schützenfest 1996 zur Gaststätte "Jägerklause" verlegt. Dort  haben wir die Möglichkeit auf dem Saal zu feiern. Bei Barbara und Günter werden wir bestens versorgt  und feiern auch dort jedes Jahr ein tolles Schützenfest! Vergessen wir in diesem Bericht auch die Damen des Vereins nicht. Immer bereit mitzuarbeiten, standen sie den Schützenbrüdern zur Seite. Wenn auch die eine oder andere ein kleines Gewitter über den nicht mehr ganz sicher auf den Beinen kommenden Mann ergehen ließ; wenn auch mal eine Frau nicht glauben wollte, dass die Versammlung bis spät in die Nacht gedauert hatte, der häusliche Friede wurde nicht gestört, und die Harmonie war bald wieder hergestellt. An dieser Stelle den Damen herzlichen Dank und der Wunsch, dass sie auch in den nächsten Jahren den Schützen treu zur Seite stehen.

100 Jahre, eine lange Zeit. Vieles hat sich seit dem letzten Jubelfest verändert, eine Menge seit dem Gründungsjahr, aber wir aktiven Schützen von Bentlage 04 werden weiterhin bestrebt sein gemäß unserer Satzung die Schützentradition zu pflegen und uns einsetzen ganz der Devise:

"Einer für Alle und Alle für Einen"